Verlangen

Das ist so eine Sache mit dem Verlangen, gut ist es jedenfalls nicht. Hungrig sein ist auch scheiße, nur essen ist toll. Verlangen an sich ist schrecklich, bis man erlöst wird. Ich glaube nicht, dass du weiß, wie stark mein Verlangen ist, sonst würdest du mich nicht hungern lassen. Du magst es mich so zu haben, du willst es in meinen Augen sehen. Aber sobald ich mir nur die kleinste Geste erlaube, die es dir gegenüber ausdrückt, habe ich bereits den schlimmsten Punkt erreicht. Ich würde es dir niemals so zeigen, aber dann kann ich nicht anders, weil Verlangen mich schwindelig und kopflos macht. Genau deshalb hast du Macht über mich. Ich weiß, dass du weißt, dass du Macht über mich hast. Das hast du und du lässt es mich gerne wissen. Aber du weißt nicht wie sehr. Für dich ist es ein Teil vom Spiel, für mich ist es zerfließen. Ich könnte mich nicht wehren. Du weißt, dass ich mich seit Jahren versuche dagegen zu wehren, aber dass ich nicht mehr weglaufen kann, ist dir glaube ich nicht bewusst. Eigentlich ist es gut, dass du es nicht weißt, das macht dich aber auch gefährlicher. Du weißt ja gar nicht, was du anrichten kannst und ich werde einen Teufel tun es dir zu sagen. Hast mich doch so schon in der Hand. Es ist ein Teufelskreis, denn genau das will ich wenn ich verlange. Aber manchmal wünscht man sich vielleicht etwas, das man später gar nicht aushält. Und ich wünsche so viel. Ich würde alles für den Mann vor mir tun. Nach dem Kuss guckst du mich nur an. Du entfernst dich ein Stück und guckst mich an.Ich gucke dich an und es fällt mir schwer den Blick zu halten. Warum will ich ihn senken? Senken, Blick halten. Kopf wieder anheben. Blick auf den Boden, wieder in deine Augen, Kopf angestrengt anheben. Langsam wieder sinken lassen. Was für ein Kampf. Seine Augenbraue zuckt. Ein Necken. Er merkt, dass ich nervös bin. Er erwartet irgendwas von mir. Er hat es zwar nicht gesagt und ich weiß nicht, warum ich mich das Frage, aber ich weiß es. Ich könnte mich umdrehen. Ich drehe mich um und spüre seinen Blick im Nacken. Ein Blick über die Schulter. Sein Blick scannt mich einmal von oben bis unten. Ich ziehe langsam meine Hose runter. Seine Handfläche landet klatschend auf meinem Hintern, was meinem Mund eine Mischung aus Stöhnen und überraschtes Aufkeuchen entlockt, und er drängt sich von hinten an mich. Er greift mir ums Kinn und ahmt mein Stöhnen nach, guckt mich mit unverhohlenem Interesse an. Herausfordernd, neugierig, begierig und ein bisschen belustigt. Ich will mehr davon hören. Raunt er, während er mit der einen Hand meinen Kopf in seine Richtung dreht und mit der anderen meinen Körper erkundet. Zielstrebig und gierig. Fest und… fuck. Seine Lippen bewegen sich nass und langsam an meinem Hals und mein unterdrücktes Stöhnen wird zu einem ganz leisen Wimmern. Ich will dich hören. Und obwohl es mir peinlich ist, stöhne ich daraufhin für ihn. Vorsichtig und leise, aber langgezogen, weil ich es nicht mehr aufhalten kann wenn ich erstmal den Mund aufgemacht habe. Ich merke, dass ich rot werde, aber etwas zu tun was er will, fühlt sich trotzdem so gut an. Es fühlt sich dreckig und gut an und dir Macht zuzugestehen genauso. So viel Macht… du kannst keine Macht ausnutzen, von der du nichts weißt, aber ich wünschte, du wüsstest es. Nicht um mich zu benutzen, sondern um aufzupassen. Ich bin so haltlos und heillos überfordert mit so viel…. Verlangen.

Ich glaube, die meisten Frauen erschienen mir zu verwundbar und verletzlich. Gerade die, die sich direkt gefügt haben. Einfach so jemanden dominieren? Also ich glaube, das kann man besser mit Grund. Und wenn jemand Gründe gibt, dann wirkt er auch nicht so verletzlich. Ich habe auf jeden Fall zu spät angefangen, die total verletzlichen Frauen von mir fernzuhalten.
Ich glaube zumindest, dass ich diese Sorte Frauen deswegen von mir fernhalte. Ich tue den lieben Frauen nicht gut, ich habe fast ein schlechtes Gewissen dabei, mit denen überhaupt zu sprechen.

Ruhe

Ich bin ruhiger hier geworden.

Das liegt wohl daran, dass ich Fantasien habe, für die ich mich eher schäme, als dass ich sie dann gerne in Geschichten packen würde.

Ich würde gerne mal wieder eine Frau verführen. Vermutlich deswegen, weil das mit dem Männer verführen nicht ganz so gut klappt.

Ich möchte eine Frau verführen.
Wenn ich jetzt länger darüber nachdenken würde, dann würde es mich bestimmt auch heiß machen, aber… ich fühle mich jetzt nicht wirklich schlecht dabei das aufzuschreiben, weil ich Frauen ja nicht vermisse, weil ich sie lieber mag, sondern weil ich Männer vielleicht zu gern mag. Nicht lieber als Frauen, aber es ist vielleicht trotzdem zu gern.

Ich hatte letztens das erste Mal Sex mit meinem Freund.

Was soll ich dazu sagen. Ich will mit einer Frau schlafen, sofort. Eigentlich kann ich seitdem an nichts anderes mehr denken. Nicht, weil es so schlecht war, sondern weil ich mich so sehr danach sehne, wieder Macht über jemanden zu haben, dass ich vorsorglich lieber nicht das Haus verlasse, bevor ich dem einfach nachgebe. Dabei geht es mir nur darum, meine Kontrolle wiederzukriegen. Vielleicht würde es mir ja schon ausreichen, wenn ich ihn kontrollieren könnte, wenn ich ihn dominieren würde. Kann ich aber ganz einfach nicht.

Und wenn man sich so danach sehnt und darüber nachdenkt, dann werden einem erst wieder all die unausgelebten Phantasien bewusst, die man noch so auf dem Zettel hatte. Ich hatte noch so viel vor. Ich war noch gar nicht fertig. Mit meiner Entwicklung und meinem Ausleben. Ich bin noch gar nicht dahin gekommen, wo ich immer hinwollte, weil ich mir selber oft Sachen verboten habe, in dem Glauben, noch nicht bereit dafür gewesen zu sein oder weil ich dachte, sie wäre es nicht. Kein Risiko eingehen. Langsam machen. Vorsichtig sein. Das war mein Grundsatz.
Spontane Aktionen gehören also auch nicht dazu, aber gerade leitet mich auch gar nicht mein kühler Kopf, sondern irgendwas anderes.

Was soll ich sagen.

Flammen

Es gibt Sachen, die sind verboten und haben genau deswegen ihren Reiz. Aber nicht alles, was verboten ist, hat deswegen seinen Reiz. Das ist Schwachsinn. Es kommt darauf an, warum es verboten ist. Empfindest du es selber aus persönlichen moralischen Grundsätzen heraus als Verboten, oder ist es deswegen für andere etwas Verbotenes? Was passiert, wenn man es trotzdem macht? Es kann Genugtuung sein. Provokation, Auflehnung. Es kann aber auch das Gegenteil sein. Wenn es jemanden gibt, der es der indirekten Provokation wegen macht, dann ist es bei dem anderen vielleicht nicht der Fall. Da ist es Scham, vielleicht aus eigenen moralischen Grundsätzen heraus. Aus eigenen Ideologien, die nicht damit übereinstimmen heraus. Hat es trotzdem seinen Reiz?
Scham ist eine kleine Flamme. Im Bauch. Und wenn du dir bewusst wirst, dass niemand von dieser Flamme weiß, dann brennt sie manchmal doller. Warm und doll.

Ich hatte mal einen Traum, der relativ Exhibitionistisch war. Ich glaube nach wie vor nicht, dass mich das reizt. Wenn man Draußen Sex hat, dann darf einen niemand sehen, das ist oft das Spannende daran. Man könnte ja erwischt werden. So ähnlich ist es auch mit der Flamme. Sie darf niemand sehen, das ist das Spannende. Wenn da jemand ist, der sie die ganze Zeit füttert, dann brennst du. Du brennst.
Nicht in erster Linie durch Berührungen. Die kommen später. Aber durch das stochern. Durch das lenken auf die Scham. Durch das Pusten in die Flamme. Manchmal durch Situationen. Was hast du gerade gesagt? Ein warmer Atem pustet gegen meinen Nacken. Man will was sagen, aber brennt und legt seine ganze Konzentration einfach darauf, dass der Rebell es nicht merkt. Die Genugtuung wäre vielleicht der Holzscheit, der zu viel wäre. Ein spöttisches Lachen. Deine Hand an meinem Kinn. Sanfte Gewalt. Aber Gewalt. Hm? Blickduell.

Und manchmal füttert man sie selber.

Der einzige weg aus der Nähe ist die Intensität.

Ich kann dir auf einmal nicht nah genug sein… nie nah genug. Nein. Viel zu dicht, aber nie nah genug. Geh weg zu mir. Bleib hier. Weg. Bleibhierweg. Komm. Mehr. Mehr. Mehr. Bitte. Halt mich. Meine Beine sind weich, ich kann nicht mehr stehen. Halt mich. Drück mich weg. Nach unten. Drück mich weg, so hart, dass ich mit den Knien auf dem Boden aufschlage. Will Arschloch sagen, aber dafür begehre ich zu sehr. Berühr mich, irgendwo, damit ich endlich stöhnen kann. Berühr mich. Jetzt. Nicht nah genug. Nie. Mach schon… Arschloch! Auf harte Worte folgen harte Berührungen. Endlich. Viel zu sanfte Berührung, zu langsam, mehr. Je härter. desto näher. Je zarter, umso intensiver. Hart. Zart. Hart. Zart. Näher. Doller. Näher, schlimmer. So hartnahzartdoll. Wichser. Denke ich. Kann keine Sätze mehr bilden.
Mach, sagst du. Ich mach. Alles. Alles alles alles. Aber halt. Doch lieber im stehen – unten. Ich will aber stehen – unten. ABER.. – UNTEN. Näher. Näher. Und überhaupt nicht schlimm. Wichser. Frechheit wird hart bestraft. Gott sei Dank. Näher. Und zart. Schlimm. Zu Schlimm. Bitte hart. Nein. Egal – irgendwas. Irgendwas, BITTE. Brav wird mit zart belohnt. Okay, nah. Sehr nah. Aunah. Ah. Mehr sanft. Bitte. Gehorchen ist nicht hart, sondern sanft. Mehr davon. Mehr von intensiv. Mehrhrr, bitte. Bleib. Hier. bleibhierbleibhierbleibhier. WEG. Bitte.
Halt. Zart nicht. Aus. Zu Ende.

Ich wollte, dass die Freiheit mich gefangen nahm. Flügelschläge sollten mich grün und blau schlagen. Nicht etwa meine eigenen, ich war kein Engel. Sondern die Flügel der Vögel, die gemächlich um meinen Kopf kreisten. Ich wollte fallen. Ich wollte nach oben fallen und das ging wenn die Welt Kopf stand. Wenn einer der vielen Geister meinen Körper passierte, weil er mich durch meine Lethargie als seiner ebenbürtig erachtete, wurde ich eigentlich von einer Wolke umarmt. Wenn meine Lippen blau vor Kälte waren, dann nur weil ich den Himmel geküsst hatte als er auf mich herabstürzte. Deswegen konntest du mich zähmen.

Ich wache davon auf. Von deinem Mund, der auf meinem liegt. Ein gefangenes Gefühl. Gefangen unter diesem Mund und bewege mich deshalb nicht. Als wolltest du mit deinem Mund ein Gefühl fangen. Eine Emotion, wenigstens wenn ich schlafe. Als wäre ich im Schlaf ehrlicher als im Wachzustand, dabei bin ich jetzt nur eines, gefangen. Ich öffne meine Augen und starre ins Schwarz. Die Lippen sind schwer, obwohl sie leicht auf mir liegen. Ich denke, das ergibt sich aus der Größe deiner Lippen, so einnehmend, dass ich die meinen darunter gerne bewegen möchte, um mich von dem Gefühl loszusagen. Um frei zu sein. Dich küssen, um frei zu sein. Ich atme gegen dein Gesicht, ruhig, aber laut. Es ist so ruhig, ich habe angst, mein Blinzeln könnte in der Dunkelheit wiederhallen. Du bewegst die Lippen, als würdest du die Emotion wecken wollen. (Aber nicht mich.) Als würdest du sie begrüßen und ich weiß eigentlich nur, dass sie da ist, weil du sie deiner annimmst. Und dann will ich nur noch frei sein. Strampele mich frei, befreie mich. Befreie mich. Erdrück mich. Mein Herz schlägt leise, aber schnell, weil es aufgeregt ist wegen seiner Freiheit, aber ruhig, weil es so viel Zufriedenheit nicht mit Panik erfüllt. Ruhiger als mein mein Blinzeln, aber schneller als der Flügelschlag eines Kolibris. Stürmisch. Von Null auf Hundert. Ich bin zu stürmisch. Deine Hand drückt mich mit sanfter Gewalt wieder runter. Ich weiß nicht was du da geweckt hast, aber es ist jetzt wach und es ist wie in Monster in meiner Brust. Es knurrt und hat Hunger und du drückst das Monster einfach wieder runter, weil du weißt, dass es dir gehorcht. Ich weiß nicht, warum du mich gezähmt hast, ich will dir doch gar nicht gehorchen.
Aber ich will in der Freiheit gefangen sein.

Du warst der Himmelkäfig eines Löwen. Er hat so einen Hunger, wirklich. Das letzte Mal hat er dir fast ein Stück Lippe abgerissen als er dich wiedersah, so hungrig war er. So hungrig und wütend, weil er so lange alleine war. Aber das würde nicht nochmal passieren. Manchmal wacht das Monster auf. Starrt ins Schwarz und spürt hin und wieder einen Geist durch es hindurch fliegen, was ihm eine Gänsehaut bereitete. Dann schlief es leicht fröstelnd wieder ein.

Freiheit ist blau. Sie ist so ruhig wie ein ein Himmelskörper nur atmen kann, aber Herzen schlagen hier so schnell wie bei einem Fall nach oben.

Von Bibliothekbüros und Bordellimbissen

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Es klingelte zur Pause. Obwohl ich als einer der letzten den Klassenraum verließ, war ich überrascht, als der Lehrer mich ansprach. Wenn Sie lieber einen Blick ins Lehrerzimmer werfen wollen, anstatt die Mittagspause zwischen Halbstarken zu verbringen… 
Er sprach den Satz nicht zu Ende, weshalb ich mich dazu gedrängt fühlte, eine schnelle Entscheidung zu treffen. Also nickte ich eifrig und folgte ihm in ein kleines Büro, das nur einen Tisch beherbergte, der von einem großen, alten Monitor aus dem letzten Jahrhundert eingenommen wurde, und an dem zwei Stühle standen, die beide ziemlich eingesessen aussahen. Auch alles andere sah so aus, als stand es entweder schon ziemlich lange hier rum, oder als wäre es auf einem Flohmarkt aufgegabelt worden. Der Raum war winzig und ohne System eingerichtet, sodass der erste Eindruck ziemlich chaotisch war. Fast erdrückend. Nicht aber auf eine dreckige Weise, sondern auf die Weise eines Dachbodens voller Schätze. Ein freies Wandstück sah ich hier nicht, außer über der Garderobe hinter der Tür, weil der Rest mit decken hohen Bücherregalen vollgestellt worden war. Sie sahen eher aus wie ein kokettes Accessoire, ich konnte mir nicht vorstellen, jemand hätte all diese Staubfänger wirklich gelesen.
Als Stufenleiter komme ich in den Genuss gewisser Vorzüge, wie zum Beispiel dieses Büro
– er machte eine ausladende Geste mit der Hand und sah sich um, als würde er seinen Arbeitsplatz selber zum ersten Mal genauer betrachten – das ich mir erst seit kurzem mit einem Kollegen teile. Ich meine einen missmutigen Nachdruck in seinem Gesicht zu erkennen, als er auf die Erklärung hin kurz pausierte. Dann klatschte er in die Hände, aber es klatschte nicht. Er schien sich kurz vorm Aufprall der Handflächen eines besseren zu besinnen und schmiegte seine Finger stattdessen aneinander, als wäre ihm plötzlich kalt. Kaffee?
Wieder nickte ich eifrig und nahm mir im selben Moment vor, es die verbleibenden 55 Minuten bis zum Ende der Pause zu unterlassen. Ich hatte kurz Zeit ihn zu beobachten, ohne einen gaffenden Anschein zu erwecken. Seine Hände waren sehr kräftig und passten irgendwie ganz und gar nicht zum freundlichen Gesicht, das obgleich der rigorosen Wirkung der Glatze doch überaus freundlich aussah und etwas wie Harmonie ausstrahlte. Ich versuchte ihn mir mit Haaren vorzustellen, aber das klappte nicht so ganz. Ich würde selber keine Glatze tragen wollen, aber ich fand es gab diese wenigen Menschen, denen das äußerst gut stand. Er gehörte zu den Auserwählten. Da ich ihm bei der Begrüßung schon alles Erwähnenswerte von mir erzählt hatte, stellte ich einfach eine Frage, um der aufkommenden Stille zu entkommen.
Wie lange arbeiten Sie schon hier?
Nicht allzu lange. Eigentlich habe ich Tischler gelernt. Später studierte ich Mathematik und wandte mich erst dann der Politik und Pädagogik zu. 
Sie scheinen ein breit gefächertes Interessenspektrum zu haben.
Er lächelte gnädig. Ich fand heraus, dass er dies ziemlich oft tat, bevor er jemandem etwas erklärte.
Ganz und gar nicht. Ich war bloß jung, voller Ideen und Tatendrang. Ich wollte mein eigenes Restaurant haben. Dann lernte ich Tischler, um danach durch die Welt zu reisen und festzustellen, dass ich nicht der Typ dafür war. Ich wandte mich der Mathematik zu, weil mir das Talent dafür in die Wiege gelegt worden war und ich glaubte, nach dem Aufbruch in die allseits ersehnte Freiheit herausgefunden zu haben, dass man sich dem beugen musste. Er lachte und holte zwei Tassen aus einem Schrank. Was für eine Zeitverschwendung murmelte er mehr zu sich selbst, als zu mir. Daraufhin verfielen wir dann doch wieder sehr schnell ins Schweigen, aber diesmal in ein Nachdenkliches. Er hatte was angesprochen, das mir schon seit langem Sorge bereitete. Zeit. Ich lenkte mich ab, indem ich die Buchtitel in den Regalen durchging.
Auster ist gut.
Dann erinnerte ich mich daran, dass er all diese Bücher ja wahrscheinlich gar nicht gelesen hatte und bereute auch diese Bemerkung. In seiner Gegenwart hatte ich unerklärlicherweise immerzu das Gefühl, etwas Dummes gesagt zu haben und es ärgerte mich, wie sehr mich der Gedanke in meinem Verhalten beeinflusste.
Sie lesen?
Ich legte den Kopf schief und unterdrückte einen beleidigten Gesichtsausdruck. Wobei ich mir kindisch vorkam. Der Mann strahlte etwas aus, das Macht nicht unähnlich war. Mit Sicherheit wurde seine Autorität als Lehrer noch durch den Anzug, die perfekte Rasur, und die unauffälligen, aber vorhandenen Einkerbungen in seiner Stirn verstärkt, die nicht nur erahnen ließen, dass er in seinem Leben viel nachdachte, sondern auch dass er ein ganzes Stück älter und erfahrener war als ich. Ich war die ganze Zeit diesem Gefühl des untergeordnet seins ausgesetzt, doch es erlangte eine ganz neue Dimension, als wir anfingen, über Autoren zu sprechen. Er erzählte mir einiges über den amerikanischen Transzendentalismus in der Mitte des 19. Jahrhunderts und ich sog jedes seiner Worte begierig auf. Ich konnte nicht sagen ob ich das Tat, weil ich mich tatsächlich so stark für die Einflüsse postmoderner Schriftsteller begeisterte, oder ob es lediglich aufgrund dessen war, dass ich von ihm als Menschen angetan und fasziniert war. Er war jemand von denen, die gut erzählten, weil sie sich tatsächlich für das interessierten, was sie vermittelten.
Schließlich machte er eine kleine Pause und lächelte wieder so, als hätte er mir gerade ein kleines Geschenk bereitet. Hier war ich mir sicher, ihm war nicht verborgen geblieben, dass ich an seinen Lippen hing. Ich fragte mich, ob das einen Mann wie ihn überhaupt noch schmeichelte, ein Mann, der ohnehin jeden Tag Wissen verbreitete. Dem oft genug bewiesen wurde, er war jemand, dem man gerne lauschte. Unerwartet stand er auf.
Sie haben noch ein paar Minuten. Schnappen sie doch nochmal frische Luft, ich muss zu einem Beratungsgespräch. 
Damit marschierte er zur Tür. Als er an mir vorbeiging, berührte seine Hand kurz meinen Kopf. Nicht lang genug, dass ich Zeit hatte mich zu sträuben. Aber lange genug, damit ich peinlich berührt war. Weil die Bewegung so anstandslos verlief, wurde das Gefühl schnell durch pure Verwirrung ersetzt. Das glich ja fast einem Tätscheln. Mich beschlich das ungute Gefühl, dass ich Schuld an der tragischen Bestätigung meiner Position war, denn je mehr ich versuchte es abzuwenden, indem ich schwieg, desto schlimmer wurde es. Ich machte es mir zur Lebensaufgabe, einmal diesen Ausdruck in seinem Blick zu sehen, dem ihm tagtäglich zuteil wurde. Ab jetzt redete ich.

Wir sitzen beim Chinesen. Er isst Ente, ich habe Bratnudeln. Zwischen uns steht eine Flasche Wasser und jeweils ein Bier. Der Laden ist winzig und liegt halb im Keller. Die Wände sind rot und das Licht ist gedämpft.
Man könnte meinen, das hier wäre ein Bordell. Auf jeden Fall lockt das Leute aus diesem Millieu an. Siehst du die beiden? Ich nicke unauffällig in die Richtung einer dunkelhäutigen Dame und ihrer korpulenten deutschen Begleitung in Birkenstocksandalen.
Du kannst mir nicht erzählen, dass die ein normales Date haben.
Er schmunzelt. Nein, das bezweifle ich. Du hast Recht, vielleicht sollten sie ein FSK 18 Schild an die Tür heften.
Das heißt nicht FSK. Das sagt man nur bei Filmen.
Er hebt den Kopf und lacht. Nickt anerkennend und mustert mich eine Weile. Er schenkt mir selten so einen Blick. Ich mag das, aber ich werde nervös. Ich versuche meine gesamte Nervosität in ein nervöses Beinwippen laufen zu lassen, für ihn nicht sichtbar.
Warum hattest du mir damals eigentlich was zum Tranzendalismus erzählt? Bestimmt nicht nur wegen Auster.

Ich wollte erklären, was dir an Auster so gut gefällt. Jetzt kannst du mit dem Wissen angeben.
Ich kann auch mit vielem anderen angeben.
Ich weiß.
Er wendet den Blick ab. Stille. Das sollte sich gar nicht nach einem forschen Flirt anhören, aber manchmal purzeln Wörter einfach aus meinem Mund, ohne dass ich vorher über ihre Wirkung nachgedacht habe. Ich wechsele das Thema.
Was meinst du, was führt die Frau im Schilde? Ich vermute, dass sie einen Ehemann braucht.
Ich glaube, dass sie Mitleid mit ihm hatte.
Meinste?
Ja, guck mal. Er freut sich, weil er sie zum Essen einladen darf.
Sie tut auch so als würde sie sich freuen.
Schmeckt dir das Essen?
Ja. Weißt du, mir gefällt an Auster nicht nur eine Ideologie, die er übermittelt. Er ist für mich der Schriftsteller. The Writer. Er stellt für mich das erstrebenswerteste Bild eines ausgereiften Autors dar. 
Soweit ich weiß, ist seine Biografie eher unspektakulär bis langweilig und meines Erachtens hebt er sich nicht übermäßig von anderen Autoren ab, wenngleich er herausragend schreibt.
Ich denke gerade über eine Antwort nach, wobei mein Blick wieder an dem vermeintlichen Pärchen hängen bleibt. Oh mein Gott. Ohne nachzudenken, strecke ich meine Hand aus. Sie landet irgendwo weiter vorne auf dem Tisch.
Dein Unschuldslamm will sie jetzt abfüllen. Vielleicht will er sie gefügig machen. Stell dir mal vor wir wären die einzigen Zeugen einer Straftat. Die letzten, die sie lebendig gesehen haben…
Nika. Sein Blick ist auf meine Hand gerichtet, die auf seinem Arm liegt. Bevor ich sie wegziehen kann, legt er die Gabel beiseite und legt seine Hand auf meine. Meine ausgeführten Handlungen sind vergleichbar mit den Wörtern, die aus meinem Mund purzeln. Mein Körper scheint da unbewusst eine Übergeneralisierung getätigt zu haben. Seine Hand ist groß und warm. Er tastet nach meiner als würde er sie begutachten. Seine Hand ist rau, ich frage mich wovon. 
Ich genieße wirklich jedes Treffen mit dir. Wirklich, ich genieße das sehr. Er schließt die Augen einmal viel zu lange, um es als gewöhnlich Blinzeln durchgehen lassen zu können und presst betreten die Lippen aufeinander. Aber ich möchte dass du weißt, dass ein Treffen dieser Art eine Ausnahme für unseren Kontakt darstellt.
Ich ziehe meine Hand weg, weiche seinem Blick aus und beschäftige mich stattdessen mit meinem Bier. Zum ersten Mal an diesem Abend, weiß ich nicht so genau, was ich sagen soll. Nicht, dass mir nichts einfallen würde, aber ich möchte verhindern, ihm weitere Gründe zu liefern, sich von mir fern zu halten. Weiterhin übe ich mich auch deshalb in Zurückhaltung, weil ich in seiner Gegenwart eher erwachsen als kindisch sein möchte, obwohl ich weiß, es gelingt mir ohnehin meist nicht. Ich möchte ihn strafen, indem ich akkurat seinem indirekten Wunsch nach Distanz nachkomme. Auch das ist vermutlich kindisch, aber das ist mir egal.
Hey. Er deutet mit seiner Hand eine Bewegung in meine Richtung an, aber besinnt sich eines Besseren und kratzt sich stattdessen bloß kurz am Kinn. Mir fallen ein Dutzend Sachen ein, die ich ihm an den Kopf werfen möchte. Bevor ich das tun kann stehe ich auf, bezahle und gehe raus. Draußen zünde ich mir eine Zigarette an. Ich rauche sie zur Hälfte und steige nach ihm in sein Auto.
Nimm. Er hält mir 20 Euro hin. Ich brauche das nicht. Er steckt es mir einfach in die Hosentasche und fährt los. Ich gucke aus dem Fenster. Fünf Minuten später halten wir an.
Warum? Seine Hand legt sich auf mein Knie. Wir schauen sie beide an.
Du bist dir gar nicht über das ganze Ausmaß deiner Wirkung bewusst. Und das macht dich noch attraktiver.
Aber-
Ich habe nicht gesagt, dass wir keinen Kontakt haben werden. Ich sagte nur, dass es Grenzen gibt. Ist das okay für dich?
Nicken.
Gute Nacht.
Tschüss.

We need to talk

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Innenstadt. Wir saßen im Café. Lautes Geplapper um uns herum, leicht überfüllt.
Ich fand es gut. Sie lächelte mich an und nahm einen Schluck Tee.
Alles?
Ja, eigentlich schon. Ich lächelte nachdenklich zurück und legte meine Hände wärmend um den Kaffee.
Was fandst du denn besonders gut? Ich warf ihr einen unschuldigen Blick zu und sie schmunzelte mich vorwurfsvoll an. Ich kaute unterstreichend auf meiner Unterlippe rum und sah ihr unverwandt in die Augen. Erst nach einer Weile wandte ich entschuldigend den Blick ab. Nein, tut mir Leid. Wir können das natürlich woanders besprechen. Ich nippte an meinem Kaffee. Vielleicht bei mir? Sagte sie, woraufhin ich erstaunt die Brauen hob. Ich schrieb schon eine ganze Weile mit ihr, aber beim ersten Treffen hatte ich den Eindruck gewonnen, sie wäre ein eher zurückhaltender Mensch. Vielleicht täuschte ich mich da. Bei dem Gedanken wieder mit ihr alleine zu sein, wurde ich jedenfalls nervös. Von jetzt auf gleich. Völlig ungeplant. Ich musste sowas vorher wissen. Ich versuchte meine Überraschung zu überspielen und bejahte deswegen rasch, ohne viel nachzudenken.

Als wir zu ihrer Wohnung spazierten hielt ich es für den geeigneten Moment, um das Thema erneut aufzugreifen. Ich hatte den Eindruck, dass ich dich sehr gefordert hatte. Ehrlich gesagt habe ich auch ein schlechtes Gewissen, weil ich dachte, dass du vielleicht zu schüchtern bist, um auch wirklich zu sagen, wenn es dir zu weit geht. Einen Augenblick lang dachte ich, sie würde stehen bleiben, aber sie suchte bloß meinen Blick. Quatsch! Wir hatten doch ein Codewort. Ich hätte es benutzt, wenn es mir zu viel gewesen wäre. – Wie hättest du es benutzt, wenn du mir gerade einen bläst? Der Ausdruck klang komisch in meinen Ohren, weil die Umschreibung so verschönert war, dass sie nichts mehr mit der eigentlichen Tätigkeit zu tun hatte. Es war ungefähr so, als würde man richtig dreckigen, lauten Sex haben und am nächsten Tag erzählen, man hätte „Liebe gemacht“. Dann lass uns für den Fall doch noch ein Handzeichen ausmachen. – Und wenn deine Hände verbunden sind? Oder ich sie gerade festhalte? – Nika.- Im ernst jetzt. – Es war mir nicht zu viel. Ich mags wenn du mir angst machst, natürlich sage ich dann nichts und ich dachte eigentlich das würde dir gefallen. Oder hat es dir nicht so gut gefallen.. ? – Natürlich hat es mir gefallen! Sie lächelte wieder. Vielleicht hatte ich das ein bisschen zu enthusiastisch gesagt, sodass sie sich geschmeichelt fühlte. Dann ist doch alles gut. – Ich will nur nicht, dass du in der Rolle bist, weil du weißt, dass ich es mag, oder dass du so ruhig bist, weil du dich nicht traust was zu sagen. – Ich bin so, weil ich mich gerne unterordne. Es war mir unangenehm, dass sie sich nun auf die Grundlegenden Prinzipien einer Dominance & Submission Session berief. Natürlich war mir klar, dass jemand, der devot war, sich gerne unterordnete. Und wenn ich dir nicht widerspreche, dann weil ich Respekt vor dir hab. Ich dachte nach, deswegen antwortete ich nicht sofort. Sie schien zu glauben noch mehr Überzeugungsarbeit leisten zu müssen und sprach nach einer Weile weiter. Ich weiß, worauf ich mich da einlasse, ich bin eine erwachsene Frau. Nur weil ich im Schlafzimmer Respekt vor dir habe, fehlt es mir noch lange nicht an Selbstbewusstsein, um dich in die Schranken zu weisen.
Sie klang leicht gekränkt und ich fragte mich gerade, warum ich plötzlich ein schlechtes Gewissen hatte, obwohl ich es nur gut mit ihr meinte. Nein. Sorry, das habe ich auch nicht von dir gedacht. – Hast du. Sie klang streng, aber als ich sie ansah, erwiderte sie den Blick freundlich. Eigentlich bist du mir viel zu jung. Sie stippste mich kurz mit der Hand an und kicherte. Ich lachte laut. Wie bitte? Du bist doch gerade mal ein Jahr älter. – Zwei Jahre! – Gut gehalten, Mutti. Sie stieß mich wieder an, diesmal mit mehr Kraft. Ich tat so, als würde ich fast umkippen. Und dann war ich plötzlich gar nicht mehr so nervös, als wir vor ihrer Tür standen.

Siezen

 

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Ich nahm ihr die Jacke ab und konnte zum ersten Mal genau sehen, was sie anhatte. Sexy, ohne aufdringlich zu wirken.
Hast du das extra für mich angezogen?
Ich unterdrückte ein Grinsen und hing ihre Jacke auf. An der Garderobe bemerkte ich ihren Blick und kam ihr schnell entgegen, bevor sie zur Antwort ansetzte.
Entschuldigung, ich wollte dich nicht in Verlegenheit bringen.

Doch. Wollte ich. Nichts anderes wollte ich, aber es war noch viel zu früh, um sie das wissen zu lassen. Ich ging voraus und führte sie ins Wohnzimmer, wo ich bereits den Tisch gedeckt hatte und zwei Sektgläser bereitgestellt hatte. Anstoßen. Wir kamen ins plaudern, angenehmer Gesprächsstoff. Sympathisch. Wir lachten. Wenn man jemanden kennen lernte, dann war dieser Moment meiner Meinung nach sehr wichtig. Zusammen über etwas lachen können, was auch immer es war. Bevor das nicht passiert war, konnte man nicht tiefgründiger werden. Ich jedenfalls nicht. Wichtig dabei war natürlich, dass es nicht erzwungen war, sondern aus dem Bauch kam. Von beiden Seiten.
Könntest du mir vielleicht die Toilette zeigen?
Sind wir schon beim Du?
Ach so, ich dachte…

Ich schenkte ihr zum ersten Mal an dem Abend einen etwas längeren Blick, der neben leichtem Vergnügen auch eine merkbare Strenge aufwies. Ich wusste natürlich was sie dachte. Ich hatte sie geduzt. Jetzt war der Zeitpunkt erreicht, an dem sie wissen durfte, dass ich sie gerne in diese Fallen laufen ließ. Als ich meinte, sie leicht erröten zu sehen, wandte ich mich um und geleitete sie raus. Deutete auf die richtige Tür und verschwand mit den Händen in den Hosentaschen wieder im Wohnzimmer, während sie sich die Nase puderte. Ich war gespannt, ob sie verstanden hatte, dass ich von ihr erwartete, mich zu siezen. Wenn ja, würde es mich freuen. Wenn nicht, dann noch mehr. Eine Stunde später stellte sich heraus, dass sie verstanden, aber wohl vergessen hatte. Ich beschloss, dass ich jetzt loslegen würde. Ich hatte sowieso schon viel zu lange gewartet.
Zieh dich aus.

Sie starrte mich ungefähr so an, wie man eben jemanden anstarrte, der von einem verlangte sich zu entblößen, obwohl man sich erst seit knapp 2 Stunden persönlich kannte. Ich gab ihr einen Augenblick, um die Ansage zu verarbeiten, aber sie regte sich nicht, weshalb ich erläuterte.
Ich finde, das ist eine harmlose Strafe. Und jetzt zieh dich aus. Alles. Wenn du damit fertig bist, dann kniest du dich auf den Boden. Du darfst deine Sitzposition verändern, wenn dir die Füße wehtun, aber nicht aufstehen. Du darfst mich beim Vornamen, oder Nachnamen ansprechen, aber wenn du mich das nächste mal nicht mit Sie ansprichst, dann fällt die Strafe nicht ganz so harmlos aus.
Sie nickte und zog sich aus. Ich lehnte mich an den Esstisch und beobachtete sie dabei. Als sie schließlich vor mir kniete, musste ich lächeln. So eine schöne Frau. Ich streckte die Hand aus und strich über ihr Gesicht. Strich eine Haarsträhne weg und wir guckten uns an. Sie lächelte zurück. Peinlich berührt ja, aber so ehrlich wie vorhin. Jetzt wusste ich, dass ich fortfahren konnte. Wiederhole, was ich eben gesagt habe.
Ich darf Sie beim Vornamen oder Nachnamen ansprechen. Ich darf mich anders hinsetzen. Ich soll Sie siezen.
Ich nickte. Erstaunlich, wie gut sie zuhörte. Nur deswegen gab ich ihr noch mehr Anweisungen. Das lief mir hier viel zu glatt, mal sehen wo ihre Grenzen waren. Sie schien nicht absichtlich in ein Fettnäpfchen treten zu wollen, sonst hätte sie hier Gelegenheit gehabt. Auch das gefiel mir. Ich glaube der Gedanke an eine andere Bestrafung behagte ihr weniger.
Wenn ich dir Fragen stelle, dann will ich eine Antwort haben. Wenn dir etwas nicht gefällt, oder zu viel wird, sagst du stopp, und ich beende es. Das meine ich wie ich es sage. Wenn du schreist, dann beende ich es nicht. Du musst das Wort Stopp sagen.
Sie guckte mich mit großen Augen an, wahrscheinlich fragte sie sich gerade, welche Handlungen ich vornehmen wollte, die sie möglicherweise zum Schreien bringen konnten. Ich antwortete mit einem leichten Zucken meiner Augenbrauen und beobachtete sie wieder demonstrativ von oben bis unten, weil ich merkte, dass sie das nervös machte.
Wiederhole, was ich gesagt habe.
Wenn Sie eine Frage stellen, dann soll ich antworten… –
Nein. Von Anfang an.
Sie machte eine kurze Pause zum nachdenken.
Ich darf Sie beim Vornamen ansprechen. Ich soll Sie sagen. Ich darf mich anders hinsetzen. Ich soll stopp sagen, wenn ich was nicht mag. Äm..
Ich griff ihr ans Kinn und beugte mich runter.
Und wenn ich etwas frage, dann antwortest du mir. Verstanden?
Sie nickte hastig. Dann erinnerte sie sich daran, dass eine Antwort gefordert war.
Ja.
Sagte sie schnell.
Bist du feucht?
Wie sie sich zierte, wenn ich so direkt war. Das war süß. Und heiß.
Mach die Beine breiter.
Sie gehorchte. Und antworte mir gefälligst.
Ich weiß nicht, ich… vielleicht.
Ich legte meine Handfläche auf die Wölbung zwischen ihren Beinen. Klopf. Klopf. Ein sachtes klopfen. Einmal reiben. Wieder klopfen. Unregelmäßiger Takt. Klopf. Klopf. Klopf. Pause. Klopf. Reiben. Sie atmete schneller.
Willst du, dass ich dich heute Abend durch ficke?
Okay, das war zu viel. Sie war eher der schüchterne Typ, also sagte sie nichts. Hier kämpfte wohl gerade Scham und Folgsamkeit. Demut gegen Bestrafung. Was wählte sie? Anstatt zu antworten stöhnte sie das erste Mal kurz auf. Mein vorsichtiges Klopfen wurde zu einem deutlichen Klapps. Sie öffnete den Mund zu einem stummen Schrei und krümmte sich leicht nach vorne. War bestimmt nicht angenehm, aber glaube der Überraschungsmoment hatte sie mehr mitgenommen.
Ja, sagte sie dann leise. Ich kniete mich vor sie und legte meine Hand um ihren Hals und drückte leicht zu.
Aber erstmal müssen wir das noch ein bisschen üben mh? Ich nahm beiläufig ihre Hand und drückte sie gegen meinen Schwanz, um ihr zu zeigen, dass mir gefiel was ich sah. Ich drang kurz in sie ein, um mit meinen angefeuchteten Fingern an ihrem Kitzler zu spielen. Ich spielte eine ganze Weile an ihr rum, bis ihre Wangen knallrot waren, sie bei jedem Atemzug einen anderen Laut von sich gab und mir ihr Becken entgegen reckte. Ich ließ von ihr ab.
Ab jetzt will ich keinen Mucks mehr von dir hören. Ich strich ihre Haare zur Seite, legte meine Lippen an ihren Hals und wanderte mit der Hand wieder nach unten, um sie zu stimulieren. Mein Mund wanderte hoch zum Ohr.
Ich werde dich nachher richtig hart ficken, ich weiß, dass du darauf stehst. Ich werde dich solange ficken wie ich will und denk nicht ich höre auf, wenn du das erste mal gekommen bist. Kleine Schlampe.
Jetzt stöhnte sie verbotenerweise. Ich öffnete meine Hose, zog sie runter, versenkte meinen Schwanz in ihrem Mund und hielt ihr die Nase zu. Sie versuchte sich zurückzuziehen, aber mein Griff in ihre Haare verhinderte das. Ich ließ sie nach kurzer Zeit wieder los. Sie war völlig fertig.
Entschuldigung.
Habe ich gesagt, dass du dich entschuldigen sollst?
Nein, entschuldigung.
Ich würde sie am liebsten direkt über den Tisch werfen und nehmen. Stattdessen wiederholte ich das, diesmal ein paar Sekunden länger.
Jetzt entschuldige dich.
Ich legte meinen Schwanz an ihre Lippen und überließ ihr die Arbeit. Jetzt fass dich an. Finger dich. Sie tat es. Braves Mädchen.  Sie war wirklich ein sehr braves Mädchen. Eigentlich mochte ich die aufmüpfigen lieber, das ließ so viel mehr Platz für meine dreckigen Fantasien. Aber ich wollte mich nicht beschweren. Ich musste sie nicht erziehen, sie war ein liebenswertes, zurückhaltendes, gutes und hübsches Mädchen. Nein, ich wollte mich sicher nicht beschweren. Diese Art von devoten Frauen waren so süß und zerbrechlich. Fast schon zu süß. Aber definitiv auf ihre eigene Art und Weise unwiderstehlich. Es fühlte sich gut an wie sie mich ansah. Mit welcher Vorsicht und und mit welchem Respekt sie mir gegenüber trat. Auch wenn es noch ein Stück toller war, wenn ich mir dieses Glück erst erobert hatte. Gut war es trotzdem.
Sie machte ihre Arbeit so gut, dass ich nach kurzer Zeit abbrechen musste. Ich könnte es noch viel weiter hinauszögern. Ich könnte noch weiter spielen, aber für den ersten Abend sollte das genügen. Wenn es ihr gefallen hatte, dann würde es sicherlich einen zweiten Abend geben und dann könnte ich mich ein bisschen mehr ausleben. Ich zog sie zum Sofa und fickte sie durch, wie ich es ihr versprochen hatte.

Verklären

Plötzlich war dein Blick verklärt. Ich rede weiter, wollten es doch klären und nicht verklären. Rede gegen deinen Blick an, unterhalte mich mit ihm, nicht mehr mit dir. Hör auf. Hör… auf. Hör auf. Nehme die Bewegung aus dem Augenwinkel wahr, deine Hand, die deine Hose öffnet. Hör auf. Meine Hand fasst um deinen Hals und sage damit das Gegenteil. Dein Blick wird in meiner Hand noch weicher. Wie merkwürdig das ist. Jemanden zu halten, doch eigentlich hat einen der andere völlig in der Hand. Hör auf damit. Flehend sage ich das, während ich fester zudrücke. Dein Kopf windet sich leicht, der Griff wird dir unangenehm, aber dein Blick bleibt derselbe. Guck nicht mehr so. Guck nicht so. Nicht so weich. Ich drücke dich hart gegen das nächste Möbelstück, ein alter großer Schrank, der beim Aufprall anfängt zu wackeln. Das Vibrieren der Obstschale auf ihm hallt nach, während ich zufrieden eine Veränderung in dem Blick feststelle. Alles was du willst. Es klang eigentlich nur deswegen lasziv, weil es geflüstert war. Das untermalte meine Zufriedenheit. Es gefiel mir zu gut, wenn jemand unter mir nachgab. Wenn du unter mir nachgabst. Dieses Spielchen von dir. Das Unschuldsspielchen, ich hasste dich dafür. Wollte dich bestrafen dafür, irgendwie, aber alle Strafen gefielen mir ungemein. Alles? – Alles. – Ich will dass du dich verpisst. Das Lachen von dir, was daraufhin folgte, passte so gar nicht hier her. Diese kleine Portion Spott reichte aus, um mir all die Kontrolle wieder zu nehmen. Ich ging einen Schritt zurück, meine Hände verfingen sich ineinander. Als ich es bemerkte, schob ich sie in meine Hosentasche und fixierte mit dem Blick die Steckdose über der Fußleiste. Ich wollte eigentlich nicht die Rollen tauschen, aber den Blick zu heben würde bedeuten, dass ich dir wieder in die Augen sehen müsste und die sagten mir immer viel zu viel. Viel zu viel.