Ich knie mich unvermittelt vor dich. Ich weiß nicht wie du guckst, mein Blick ist gesenkt und ich sehe nur deine Beine. Sie sind ruhig, du hast dich nicht bewegt. Du scheinst total gelassen zu sein, jedenfalls soweit ich es deiner Körpersprache entnehmen kann. Also beobachtest du mich vielleicht, du wartest ab was passiert. Jemand, der sich vor einen kniet tut das vielleicht mit einem Plan, oder zumindest irgendeiner Intention, aber beides habe ich nicht. Eben saß ich noch neben dir und jetzt bin ich eben hier.
Dein Warten veranlasst mich dazu, irgendwas zu tun. Ich strecke meine Hand nach deinem Bein aus und taste es ab. Dann lege ich meinen Arm vorsichtig um dein Bein. Rücke ein bisschen näher und möchte am liebsten meinen Kopf dagegen lehnen. Aber…
Ich wage nun doch einen Blick nach oben. Du schaust mir unverwandt in die Augen. Sofort gucke ich wieder weg und mache mich von deinem Bein los. Als hätte ich nach diesem schwerwiegendem Fehler nicht mehr das Recht dazu, dich zu berühren. Ich frage mich, ob dein Abwarten schon Antwort ist, oder einfach nur eine Überlegung.
„Du darfst aufstehen“, sagst du ruhig. Du erhebst dich mit mir. Ich darf. Mein Herz klopft unnatürlich schnell in meiner Brust und ich weiß nicht wieso. Ich merke, dass meine Hände kurz davor sind zu zittern, weshalb ich sie kurz immer wieder zu Fäusten balle. Es ist ganz gut, dass ich dich nicht ansehe, denn das würde mir vermutlich den Rest geben. Den Rest für was? Der Rest der noch fehlt, um meine Hände unkontrolliert zum Zittern zu bringen. Der Rest, um meine Knie so weich werden zu lassen, dass sie drohen einzuknicken.
Dein Hand umfasst mein Kinn, du zwingst mich mit sanfter Gewalt dazu den Blick zu heben. Hier ist der Rest.

Ich liebe was du sagst

Sag mir… sag mir. Gib mir keine Spitznamen, sag mir, was du an mir magst. Sag mir. Sag es mir ins Ohr, ganz dicht am Ohr, weil du weißt, dass es kitzelt. Es kitzelt gut. Berühre mich auch an anderen Stellen und tue so, als wäre es aus Versehen. Dann sag mir, was an mir schön ist und berühre mich absichtlich dort, um die Aussage zu unterstreichen. Fass mich an, auch wenn ich gehen will, weil du mich längst da hast, wo du mich haben willst. Frag mich nicht, wie ich es mag, sag mir. Wie ich es mag. Sag es mir aber nicht ins Ohr, sondern diesmal ins Gesicht. Halt mich fest und sag es mir ins Gesicht. Wenn ich dir glaube, dass du es weißt, dann darfst du weitergehen. Sag mir.

Drinnen erstmal umsehen. In meinem Kopf nur so. Alkohol. Alkohol. Alkohol. JETZ. Sofort. Bar. Er wollte dann schon tanzen, ganz ehrlich, sehe ich so aus, als wäre ich schon betrunken genug dafür? Nein. Also wir weiter umgeguckt. Irgendwann saßen wir an der Bar und haben und dann so ein bisschen umgeguckt und uns mit Blicken unterhalten.

Nicht flirten. Wir tauschen einen Blick miteinander und wissen was wir sagen wollen. Wenn da jemand war der was bestimmtes anhatte, dann haben wir uns angeguckt und uns so darüber verständigt, wie wir das finden zum Beispiel. Das stumme reden beherrschen wir Gott sei Dank ziemlich gut. Das Beherrschen wir eigentlich perfekt, noch aus der Schulzeit. Wobei Flüstern da auch noch zuzählt. Aber mit manchen Menschen geht sowas nicht. Manche Freunde, egal wie lange ich sie kenne, wenn ich mit denen unterwegs bin und ich will einen Blick tauschen, oder ich flüstere ganz leise irgendein Wort, manchmal werde ich nur blöd angeglotzt und die wissen nicht was ich meine. Mit P. klappt sowas super.

Das ging relativ lange so. Ich glaube fast ne Stunde. das hatten wir (oder nur ich?) aber gebraucht. Ich wusste nicht so richtig, wie ich damit umgehen soll. Es war mir unangenehm, dass überhaupt hübsche Frauen um mich rum waren und ich wollte irgendwie keine ansehen, das war mir vor ihm richtig unangenehm. Ich dachte mir einfach, dass er sich scheiße fühlen müsste, wenn er sieht, dass ich ne Frau angucke, die fast nichts anhat.

Ich fing dann halt an nachzudenken und fühlte mich plötzlich so krass unwohl. Mehr Alkohol. Mehr. Alkohol.

P. hat mich dann zurückgehalten und mich so komisch angeguckt. Die Musik war hier ein bisschen zu laut zum reden. Ich glaube es war ein Blick der so viel hieß wie: drehst du gerade wieder durch? Was ist los? Jetzt wurde es halt auch irgendwie gerade voller, viel voller als ich gedacht hatte und aus irgendeinem Grund bekam ich mal wieder Panik und ich hab versucht mir das nicht anmerken zu lassen, was meist nicht so gut klappt.

Dann hat er sich zu mir rüber gebeugt und gesagt, dass wir gleich mal die anderen Räume weiter erkunden könnten. Als er sich aber gerade zu mir rüber gebeugt hatte, war seine Hand auf meinem Oberschenkel. So beiläufig. Aber die Hand war eher so zwischen die Beine gerutscht. Er hat sich wieder zurückgelehnt und so getan als wäre nichts.
Ich war so abgelenkt und bestürzt davon, dass ich vergaß, dass ich eigentlich Panik hatte. Zumindest für den Moment. Dann wollte er sich weiter umsehen.

Ich hatte irgendwie eher das Gefühl, dass er mich beobachtet. P. hatte sich eher zurückgehalten. Es kam mir so vor, als würde er mir überlassen wo wir hingehen und hat immer eher darauf geachtet, wo ich hingehen will. Irgendwie fand ich das nett. Ich weiß nicht genau was das war. Ob er auf mich aufgepasst hat, oder ob er mich abgecheckt und studiert hat.

Dann war da ein Typ auf dem Boden und er hatte so ein Bondage Geschirr aus Leder um. Ich finde das richtig sexy. Er hatte jetzt nicht den besten Körper…. also man muss auch sagen, dass ich wohl relativ hohe Ansprüche in der Richtung habe, aber ich stehe einfach an sich auf diese Ledergurte. Er saß eigentlich nur auf dem Boden und hat nach unten geguckt, dann wurde ihm der Hintern versohlt.
Mir war jetzt nicht so bewusst, dass ich lange zugeguckt hätte oder so. Dann hat P. gefragt, ob mir das gefällt.
Also… ich fands interessant. Mehr jetzt auch nicht. Interessant eben. Aber dass er das so gefragt hatte, hatte mir plötzlich irgendeinen mega Kick gegeben. Er beobachtete mich mehr wie ich andere beobachtete, als dass er selber geguckt hat. Eigentlich war das das spannendste dabei. Richtig merkwürdig. Aber es ging immer eher um mich > gefällt dir das? Und so. Deswegen war ich auch nicht eifersüchtig. Das werde ich bei fremden Menschen eher nicht und wenn er es nicht herausfordert eh. So viel Selbstbewusstsein habe ich dann doch. (Ich werde eifersüchtig bei Vertrautheiten und so.)

Ich wusste nicht wie ich damit umgehen soll, dass ich es so spannend fand und bin dann einen Gang zurückgegangen. Aus der Szene raus, Raum wechseln. Wieder die Bar aufsuchen. Er reagiert aber auf mein Flüchten mit dem Gegenteil. Ich glaube sein Jagdinstinkt wird dadurch animiert, auf jedenfall… wurde ich zehn Minuten später von ihm irgendwo in irgendeiner Ecke, kein Plan wo, um den Verstand geküsst. Ich hatte gar keine Orientierung, wusste nicht wo wir waren und ich war schon echt betrunken.

Er sagt mir auf einmal, das wir beobachtet werden. Ein Pärchen stand in der Nähe und hat uns ganz offenkundig beobachtet. Dann hat er sich so gedreht, dass sie mich besser sehen können und er hat mich wieder geküsst. Das war das eine. Dann hat er mich angeguckt und ist mit seiner Hand ganz langsam von oben nach unten geglitten und hat mich dann ganz langsam durch die Hose durch massiert. Sodass die beiden es gut sehen konnten. Ich hätte es verhindern können. Er hat mir genug Gelegenheit und Zeit gegeben, um was einzuwenden. Aber. Das. War das… heißeste. Was ich je in meinem Leben erlebt habe. Es hört sich so harmlos an. Es war aber das verbotenste und verdorbenste Gefühl, was ich je hatte. Ich weiß nicht wieso, ich kann mit einer Frau anstellen was ich will, die verbotensten Dinge könnte ich mit einer Frau machen, ich habe mich nie ansatzweise so dreckig (positiver Sinn) gefühlt. Ich war einerseits so aufgeheizt, aber andererseits konnte ich überhaupt nichts erwidern. Und andererseits habe ich auch nicht zu den Leuten geguckt, sondern nur irgendwo ganz woanders hin. Ich weiß nicht mal wie die genau aussahen, könnte ich jetzt nicht sagen. Es ging nur um das Wissen, dass zugeguckt wird. Das war aber nur relativ kurz, dann hat er aufgehört und wir sind ein Stück weggegangen.
Ich war völlig fertig mit den Nerven. Ohne Scheiß, ich war richtig am Ende. Diese ganzen Sinneseindrücke. Voll die Reizüberflutung, ich schwöre, ich konnte nicht mehr.
Ich glaube P. war sich nicht so sicher, wie es mir ging oder ob ich jetzt wieder Panik hatte, oder was los war. Dann ist er mit mir auf ein Zimmer gegangen wo wir alleine waren.
Ist alles okay?
Nicken.
Er beobachtet mich. Versucht glaube ich mich grad zu verstehen. Ob ich das ernst meine oder so.
Er kommt wohl zum Entschluss, dass es ne ehrliche Antwort war. (Wie kann man eigentlich übersehen was mein größtes Problem gerade ist.)
„Keine Sorge, ich glaube das waren genug Zuschauer für heute hm?“
Nicken.
Du gehörst nämlich mir.
Ich tue nichts weiter.
Du darfst gern wieder nicken. Er grinst.

Von Bibliothekbüros und Bordellimbissen

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Es klingelte zur Pause. Obwohl ich als einer der letzten den Klassenraum verließ, war ich überrascht, als der Lehrer mich ansprach. Wenn Sie lieber einen Blick ins Lehrerzimmer werfen wollen, anstatt die Mittagspause zwischen Halbstarken zu verbringen… 
Er sprach den Satz nicht zu Ende, weshalb ich mich dazu gedrängt fühlte, eine schnelle Entscheidung zu treffen. Also nickte ich eifrig und folgte ihm in ein kleines Büro, das nur einen Tisch beherbergte, der von einem großen, alten Monitor aus dem letzten Jahrhundert eingenommen wurde, und an dem zwei Stühle standen, die beide ziemlich eingesessen aussahen. Auch alles andere sah so aus, als stand es entweder schon ziemlich lange hier rum, oder als wäre es auf einem Flohmarkt aufgegabelt worden. Der Raum war winzig und ohne System eingerichtet, sodass der erste Eindruck ziemlich chaotisch war. Fast erdrückend. Nicht aber auf eine dreckige Weise, sondern auf die Weise eines Dachbodens voller Schätze. Ein freies Wandstück sah ich hier nicht, außer über der Garderobe hinter der Tür, weil der Rest mit decken hohen Bücherregalen vollgestellt worden war. Sie sahen eher aus wie ein kokettes Accessoire, ich konnte mir nicht vorstellen, jemand hätte all diese Staubfänger wirklich gelesen.
Als Stufenleiter komme ich in den Genuss gewisser Vorzüge, wie zum Beispiel dieses Büro
– er machte eine ausladende Geste mit der Hand und sah sich um, als würde er seinen Arbeitsplatz selber zum ersten Mal genauer betrachten – das ich mir erst seit kurzem mit einem Kollegen teile. Ich meine einen missmutigen Nachdruck in seinem Gesicht zu erkennen, als er auf die Erklärung hin kurz pausierte. Dann klatschte er in die Hände, aber es klatschte nicht. Er schien sich kurz vorm Aufprall der Handflächen eines besseren zu besinnen und schmiegte seine Finger stattdessen aneinander, als wäre ihm plötzlich kalt. Kaffee?
Wieder nickte ich eifrig und nahm mir im selben Moment vor, es die verbleibenden 55 Minuten bis zum Ende der Pause zu unterlassen. Ich hatte kurz Zeit ihn zu beobachten, ohne einen gaffenden Anschein zu erwecken. Seine Hände waren sehr kräftig und passten irgendwie ganz und gar nicht zum freundlichen Gesicht, das obgleich der rigorosen Wirkung der Glatze doch überaus freundlich aussah und etwas wie Harmonie ausstrahlte. Ich versuchte ihn mir mit Haaren vorzustellen, aber das klappte nicht so ganz. Ich würde selber keine Glatze tragen wollen, aber ich fand es gab diese wenigen Menschen, denen das äußerst gut stand. Er gehörte zu den Auserwählten. Da ich ihm bei der Begrüßung schon alles Erwähnenswerte von mir erzählt hatte, stellte ich einfach eine Frage, um der aufkommenden Stille zu entkommen.
Wie lange arbeiten Sie schon hier?
Nicht allzu lange. Eigentlich habe ich Tischler gelernt. Später studierte ich Mathematik und wandte mich erst dann der Politik und Pädagogik zu. 
Sie scheinen ein breit gefächertes Interessenspektrum zu haben.
Er lächelte gnädig. Ich fand heraus, dass er dies ziemlich oft tat, bevor er jemandem etwas erklärte.
Ganz und gar nicht. Ich war bloß jung, voller Ideen und Tatendrang. Ich wollte mein eigenes Restaurant haben. Dann lernte ich Tischler, um danach durch die Welt zu reisen und festzustellen, dass ich nicht der Typ dafür war. Ich wandte mich der Mathematik zu, weil mir das Talent dafür in die Wiege gelegt worden war und ich glaubte, nach dem Aufbruch in die allseits ersehnte Freiheit herausgefunden zu haben, dass man sich dem beugen musste. Er lachte und holte zwei Tassen aus einem Schrank. Was für eine Zeitverschwendung murmelte er mehr zu sich selbst, als zu mir. Daraufhin verfielen wir dann doch wieder sehr schnell ins Schweigen, aber diesmal in ein Nachdenkliches. Er hatte was angesprochen, das mir schon seit langem Sorge bereitete. Zeit. Ich lenkte mich ab, indem ich die Buchtitel in den Regalen durchging.
Auster ist gut.
Dann erinnerte ich mich daran, dass er all diese Bücher ja wahrscheinlich gar nicht gelesen hatte und bereute auch diese Bemerkung. In seiner Gegenwart hatte ich unerklärlicherweise immerzu das Gefühl, etwas Dummes gesagt zu haben und es ärgerte mich, wie sehr mich der Gedanke in meinem Verhalten beeinflusste.
Sie lesen?
Ich legte den Kopf schief und unterdrückte einen beleidigten Gesichtsausdruck. Wobei ich mir kindisch vorkam. Der Mann strahlte etwas aus, das Macht nicht unähnlich war. Mit Sicherheit wurde seine Autorität als Lehrer noch durch den Anzug, die perfekte Rasur, und die unauffälligen, aber vorhandenen Einkerbungen in seiner Stirn verstärkt, die nicht nur erahnen ließen, dass er in seinem Leben viel nachdachte, sondern auch dass er ein ganzes Stück älter und erfahrener war als ich. Ich war die ganze Zeit diesem Gefühl des untergeordnet seins ausgesetzt, doch es erlangte eine ganz neue Dimension, als wir anfingen, über Autoren zu sprechen. Er erzählte mir einiges über den amerikanischen Transzendentalismus in der Mitte des 19. Jahrhunderts und ich sog jedes seiner Worte begierig auf. Ich konnte nicht sagen ob ich das Tat, weil ich mich tatsächlich so stark für die Einflüsse postmoderner Schriftsteller begeisterte, oder ob es lediglich aufgrund dessen war, dass ich von ihm als Menschen angetan und fasziniert war. Er war jemand von denen, die gut erzählten, weil sie sich tatsächlich für das interessierten, was sie vermittelten.
Schließlich machte er eine kleine Pause und lächelte wieder so, als hätte er mir gerade ein kleines Geschenk bereitet. Hier war ich mir sicher, ihm war nicht verborgen geblieben, dass ich an seinen Lippen hing. Ich fragte mich, ob das einen Mann wie ihn überhaupt noch schmeichelte, ein Mann, der ohnehin jeden Tag Wissen verbreitete. Dem oft genug bewiesen wurde, er war jemand, dem man gerne lauschte. Unerwartet stand er auf.
Sie haben noch ein paar Minuten. Schnappen sie doch nochmal frische Luft, ich muss zu einem Beratungsgespräch. 
Damit marschierte er zur Tür. Als er an mir vorbeiging, berührte seine Hand kurz meinen Kopf. Nicht lang genug, dass ich Zeit hatte mich zu sträuben. Aber lange genug, damit ich peinlich berührt war. Weil die Bewegung so anstandslos verlief, wurde das Gefühl schnell durch pure Verwirrung ersetzt. Das glich ja fast einem Tätscheln. Mich beschlich das ungute Gefühl, dass ich Schuld an der tragischen Bestätigung meiner Position war, denn je mehr ich versuchte es abzuwenden, indem ich schwieg, desto schlimmer wurde es. Ich machte es mir zur Lebensaufgabe, einmal diesen Ausdruck in seinem Blick zu sehen, dem ihm tagtäglich zuteil wurde. Ab jetzt redete ich.

Wir sitzen beim Chinesen. Er isst Ente, ich habe Bratnudeln. Zwischen uns steht eine Flasche Wasser und jeweils ein Bier. Der Laden ist winzig und liegt halb im Keller. Die Wände sind rot und das Licht ist gedämpft.
Man könnte meinen, das hier wäre ein Bordell. Auf jeden Fall lockt das Leute aus diesem Millieu an. Siehst du die beiden? Ich nicke unauffällig in die Richtung einer dunkelhäutigen Dame und ihrer korpulenten deutschen Begleitung in Birkenstocksandalen.
Du kannst mir nicht erzählen, dass die ein normales Date haben.
Er schmunzelt. Nein, das bezweifle ich. Du hast Recht, vielleicht sollten sie ein FSK 18 Schild an die Tür heften.
Das heißt nicht FSK. Das sagt man nur bei Filmen.
Er hebt den Kopf und lacht. Nickt anerkennend und mustert mich eine Weile. Er schenkt mir selten so einen Blick. Ich mag das, aber ich werde nervös. Ich versuche meine gesamte Nervosität in ein nervöses Beinwippen laufen zu lassen, für ihn nicht sichtbar.
Warum hattest du mir damals eigentlich was zum Tranzendalismus erzählt? Bestimmt nicht nur wegen Auster.

Ich wollte erklären, was dir an Auster so gut gefällt. Jetzt kannst du mit dem Wissen angeben.
Ich kann auch mit vielem anderen angeben.
Ich weiß.
Er wendet den Blick ab. Stille. Das sollte sich gar nicht nach einem forschen Flirt anhören, aber manchmal purzeln Wörter einfach aus meinem Mund, ohne dass ich vorher über ihre Wirkung nachgedacht habe. Ich wechsele das Thema.
Was meinst du, was führt die Frau im Schilde? Ich vermute, dass sie einen Ehemann braucht.
Ich glaube, dass sie Mitleid mit ihm hatte.
Meinste?
Ja, guck mal. Er freut sich, weil er sie zum Essen einladen darf.
Sie tut auch so als würde sie sich freuen.
Schmeckt dir das Essen?
Ja. Weißt du, mir gefällt an Auster nicht nur eine Ideologie, die er übermittelt. Er ist für mich der Schriftsteller. The Writer. Er stellt für mich das erstrebenswerteste Bild eines ausgereiften Autors dar. 
Soweit ich weiß, ist seine Biografie eher unspektakulär bis langweilig und meines Erachtens hebt er sich nicht übermäßig von anderen Autoren ab, wenngleich er herausragend schreibt.
Ich denke gerade über eine Antwort nach, wobei mein Blick wieder an dem vermeintlichen Pärchen hängen bleibt. Oh mein Gott. Ohne nachzudenken, strecke ich meine Hand aus. Sie landet irgendwo weiter vorne auf dem Tisch.
Dein Unschuldslamm will sie jetzt abfüllen. Vielleicht will er sie gefügig machen. Stell dir mal vor wir wären die einzigen Zeugen einer Straftat. Die letzten, die sie lebendig gesehen haben…
Nika. Sein Blick ist auf meine Hand gerichtet, die auf seinem Arm liegt. Bevor ich sie wegziehen kann, legt er die Gabel beiseite und legt seine Hand auf meine. Meine ausgeführten Handlungen sind vergleichbar mit den Wörtern, die aus meinem Mund purzeln. Mein Körper scheint da unbewusst eine Übergeneralisierung getätigt zu haben. Seine Hand ist groß und warm. Er tastet nach meiner als würde er sie begutachten. Seine Hand ist rau, ich frage mich wovon. 
Ich genieße wirklich jedes Treffen mit dir. Wirklich, ich genieße das sehr. Er schließt die Augen einmal viel zu lange, um es als gewöhnlich Blinzeln durchgehen lassen zu können und presst betreten die Lippen aufeinander. Aber ich möchte dass du weißt, dass ein Treffen dieser Art eine Ausnahme für unseren Kontakt darstellt.
Ich ziehe meine Hand weg, weiche seinem Blick aus und beschäftige mich stattdessen mit meinem Bier. Zum ersten Mal an diesem Abend, weiß ich nicht so genau, was ich sagen soll. Nicht, dass mir nichts einfallen würde, aber ich möchte verhindern, ihm weitere Gründe zu liefern, sich von mir fern zu halten. Weiterhin übe ich mich auch deshalb in Zurückhaltung, weil ich in seiner Gegenwart eher erwachsen als kindisch sein möchte, obwohl ich weiß, es gelingt mir ohnehin meist nicht. Ich möchte ihn strafen, indem ich akkurat seinem indirekten Wunsch nach Distanz nachkomme. Auch das ist vermutlich kindisch, aber das ist mir egal.
Hey. Er deutet mit seiner Hand eine Bewegung in meine Richtung an, aber besinnt sich eines Besseren und kratzt sich stattdessen bloß kurz am Kinn. Mir fallen ein Dutzend Sachen ein, die ich ihm an den Kopf werfen möchte. Bevor ich das tun kann stehe ich auf, bezahle und gehe raus. Draußen zünde ich mir eine Zigarette an. Ich rauche sie zur Hälfte und steige nach ihm in sein Auto.
Nimm. Er hält mir 20 Euro hin. Ich brauche das nicht. Er steckt es mir einfach in die Hosentasche und fährt los. Ich gucke aus dem Fenster. Fünf Minuten später halten wir an.
Warum? Seine Hand legt sich auf mein Knie. Wir schauen sie beide an.
Du bist dir gar nicht über das ganze Ausmaß deiner Wirkung bewusst. Und das macht dich noch attraktiver.
Aber-
Ich habe nicht gesagt, dass wir keinen Kontakt haben werden. Ich sagte nur, dass es Grenzen gibt. Ist das okay für dich?
Nicken.
Gute Nacht.
Tschüss.

We need to talk

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Innenstadt. Wir saßen im Café. Lautes Geplapper um uns herum, leicht überfüllt.
Ich fand es gut. Sie lächelte mich an und nahm einen Schluck Tee.
Alles?
Ja, eigentlich schon. Ich lächelte nachdenklich zurück und legte meine Hände wärmend um den Kaffee.
Was fandst du denn besonders gut? Ich warf ihr einen unschuldigen Blick zu und sie schmunzelte mich vorwurfsvoll an. Ich kaute unterstreichend auf meiner Unterlippe rum und sah ihr unverwandt in die Augen. Erst nach einer Weile wandte ich entschuldigend den Blick ab. Nein, tut mir Leid. Wir können das natürlich woanders besprechen. Ich nippte an meinem Kaffee. Vielleicht bei mir? Sagte sie, woraufhin ich erstaunt die Brauen hob. Ich schrieb schon eine ganze Weile mit ihr, aber beim ersten Treffen hatte ich den Eindruck gewonnen, sie wäre ein eher zurückhaltender Mensch. Vielleicht täuschte ich mich da. Bei dem Gedanken wieder mit ihr alleine zu sein, wurde ich jedenfalls nervös. Von jetzt auf gleich. Völlig ungeplant. Ich musste sowas vorher wissen. Ich versuchte meine Überraschung zu überspielen und bejahte deswegen rasch, ohne viel nachzudenken.

Als wir zu ihrer Wohnung spazierten hielt ich es für den geeigneten Moment, um das Thema erneut aufzugreifen. Ich hatte den Eindruck, dass ich dich sehr gefordert hatte. Ehrlich gesagt habe ich auch ein schlechtes Gewissen, weil ich dachte, dass du vielleicht zu schüchtern bist, um auch wirklich zu sagen, wenn es dir zu weit geht. Einen Augenblick lang dachte ich, sie würde stehen bleiben, aber sie suchte bloß meinen Blick. Quatsch! Wir hatten doch ein Codewort. Ich hätte es benutzt, wenn es mir zu viel gewesen wäre. – Wie hättest du es benutzt, wenn du mir gerade einen bläst? Der Ausdruck klang komisch in meinen Ohren, weil die Umschreibung so verschönert war, dass sie nichts mehr mit der eigentlichen Tätigkeit zu tun hatte. Es war ungefähr so, als würde man richtig dreckigen, lauten Sex haben und am nächsten Tag erzählen, man hätte „Liebe gemacht“. Dann lass uns für den Fall doch noch ein Handzeichen ausmachen. – Und wenn deine Hände verbunden sind? Oder ich sie gerade festhalte? – Nika.- Im ernst jetzt. – Es war mir nicht zu viel. Ich mags wenn du mir angst machst, natürlich sage ich dann nichts und ich dachte eigentlich das würde dir gefallen. Oder hat es dir nicht so gut gefallen.. ? – Natürlich hat es mir gefallen! Sie lächelte wieder. Vielleicht hatte ich das ein bisschen zu enthusiastisch gesagt, sodass sie sich geschmeichelt fühlte. Dann ist doch alles gut. – Ich will nur nicht, dass du in der Rolle bist, weil du weißt, dass ich es mag, oder dass du so ruhig bist, weil du dich nicht traust was zu sagen. – Ich bin so, weil ich mich gerne unterordne. Es war mir unangenehm, dass sie sich nun auf die Grundlegenden Prinzipien einer Dominance & Submission Session berief. Natürlich war mir klar, dass jemand, der devot war, sich gerne unterordnete. Und wenn ich dir nicht widerspreche, dann weil ich Respekt vor dir hab. Ich dachte nach, deswegen antwortete ich nicht sofort. Sie schien zu glauben noch mehr Überzeugungsarbeit leisten zu müssen und sprach nach einer Weile weiter. Ich weiß, worauf ich mich da einlasse, ich bin eine erwachsene Frau. Nur weil ich im Schlafzimmer Respekt vor dir habe, fehlt es mir noch lange nicht an Selbstbewusstsein, um dich in die Schranken zu weisen.
Sie klang leicht gekränkt und ich fragte mich gerade, warum ich plötzlich ein schlechtes Gewissen hatte, obwohl ich es nur gut mit ihr meinte. Nein. Sorry, das habe ich auch nicht von dir gedacht. – Hast du. Sie klang streng, aber als ich sie ansah, erwiderte sie den Blick freundlich. Eigentlich bist du mir viel zu jung. Sie stippste mich kurz mit der Hand an und kicherte. Ich lachte laut. Wie bitte? Du bist doch gerade mal ein Jahr älter. – Zwei Jahre! – Gut gehalten, Mutti. Sie stieß mich wieder an, diesmal mit mehr Kraft. Ich tat so, als würde ich fast umkippen. Und dann war ich plötzlich gar nicht mehr so nervös, als wir vor ihrer Tür standen.

Siezen

 

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Ich nahm ihr die Jacke ab und konnte zum ersten Mal genau sehen, was sie anhatte. Sexy, ohne aufdringlich zu wirken.
Hast du das extra für mich angezogen?
Ich unterdrückte ein Grinsen und hing ihre Jacke auf. An der Garderobe bemerkte ich ihren Blick und kam ihr schnell entgegen, bevor sie zur Antwort ansetzte.
Entschuldigung, ich wollte dich nicht in Verlegenheit bringen.

Doch. Wollte ich. Nichts anderes wollte ich, aber es war noch viel zu früh, um sie das wissen zu lassen. Ich ging voraus und führte sie ins Wohnzimmer, wo ich bereits den Tisch gedeckt hatte und zwei Sektgläser bereitgestellt hatte. Anstoßen. Wir kamen ins plaudern, angenehmer Gesprächsstoff. Sympathisch. Wir lachten. Wenn man jemanden kennen lernte, dann war dieser Moment meiner Meinung nach sehr wichtig. Zusammen über etwas lachen können, was auch immer es war. Bevor das nicht passiert war, konnte man nicht tiefgründiger werden. Ich jedenfalls nicht. Wichtig dabei war natürlich, dass es nicht erzwungen war, sondern aus dem Bauch kam. Von beiden Seiten.
Könntest du mir vielleicht die Toilette zeigen?
Sind wir schon beim Du?
Ach so, ich dachte…

Ich schenkte ihr zum ersten Mal an dem Abend einen etwas längeren Blick, der neben leichtem Vergnügen auch eine merkbare Strenge aufwies. Ich wusste natürlich was sie dachte. Ich hatte sie geduzt. Jetzt war der Zeitpunkt erreicht, an dem sie wissen durfte, dass ich sie gerne in diese Fallen laufen ließ. Als ich meinte, sie leicht erröten zu sehen, wandte ich mich um und geleitete sie raus. Deutete auf die richtige Tür und verschwand mit den Händen in den Hosentaschen wieder im Wohnzimmer, während sie sich die Nase puderte. Ich war gespannt, ob sie verstanden hatte, dass ich von ihr erwartete, mich zu siezen. Wenn ja, würde es mich freuen. Wenn nicht, dann noch mehr. Eine Stunde später stellte sich heraus, dass sie verstanden, aber wohl vergessen hatte. Ich beschloss, dass ich jetzt loslegen würde. Ich hatte sowieso schon viel zu lange gewartet.
Zieh dich aus.

Sie starrte mich ungefähr so an, wie man eben jemanden anstarrte, der von einem verlangte sich zu entblößen, obwohl man sich erst seit knapp 2 Stunden persönlich kannte. Ich gab ihr einen Augenblick, um die Ansage zu verarbeiten, aber sie regte sich nicht, weshalb ich erläuterte.
Ich finde, das ist eine harmlose Strafe. Und jetzt zieh dich aus. Alles. Wenn du damit fertig bist, dann kniest du dich auf den Boden. Du darfst deine Sitzposition verändern, wenn dir die Füße wehtun, aber nicht aufstehen. Du darfst mich beim Vornamen, oder Nachnamen ansprechen, aber wenn du mich das nächste mal nicht mit Sie ansprichst, dann fällt die Strafe nicht ganz so harmlos aus.
Sie nickte und zog sich aus. Ich lehnte mich an den Esstisch und beobachtete sie dabei. Als sie schließlich vor mir kniete, musste ich lächeln. So eine schöne Frau. Ich streckte die Hand aus und strich über ihr Gesicht. Strich eine Haarsträhne weg und wir guckten uns an. Sie lächelte zurück. Peinlich berührt ja, aber so ehrlich wie vorhin. Jetzt wusste ich, dass ich fortfahren konnte. Wiederhole, was ich eben gesagt habe.
Ich darf Sie beim Vornamen oder Nachnamen ansprechen. Ich darf mich anders hinsetzen. Ich soll Sie siezen.
Ich nickte. Erstaunlich, wie gut sie zuhörte. Nur deswegen gab ich ihr noch mehr Anweisungen. Das lief mir hier viel zu glatt, mal sehen wo ihre Grenzen waren. Sie schien nicht absichtlich in ein Fettnäpfchen treten zu wollen, sonst hätte sie hier Gelegenheit gehabt. Auch das gefiel mir. Ich glaube der Gedanke an eine andere Bestrafung behagte ihr weniger.
Wenn ich dir Fragen stelle, dann will ich eine Antwort haben. Wenn dir etwas nicht gefällt, oder zu viel wird, sagst du stopp, und ich beende es. Das meine ich wie ich es sage. Wenn du schreist, dann beende ich es nicht. Du musst das Wort Stopp sagen.
Sie guckte mich mit großen Augen an, wahrscheinlich fragte sie sich gerade, welche Handlungen ich vornehmen wollte, die sie möglicherweise zum Schreien bringen konnten. Ich antwortete mit einem leichten Zucken meiner Augenbrauen und beobachtete sie wieder demonstrativ von oben bis unten, weil ich merkte, dass sie das nervös machte.
Wiederhole, was ich gesagt habe.
Wenn Sie eine Frage stellen, dann soll ich antworten… –
Nein. Von Anfang an.
Sie machte eine kurze Pause zum nachdenken.
Ich darf Sie beim Vornamen ansprechen. Ich soll Sie sagen. Ich darf mich anders hinsetzen. Ich soll stopp sagen, wenn ich was nicht mag. Äm..
Ich griff ihr ans Kinn und beugte mich runter.
Und wenn ich etwas frage, dann antwortest du mir. Verstanden?
Sie nickte hastig. Dann erinnerte sie sich daran, dass eine Antwort gefordert war.
Ja.
Sagte sie schnell.
Bist du feucht?
Wie sie sich zierte, wenn ich so direkt war. Das war süß. Und heiß.
Mach die Beine breiter.
Sie gehorchte. Und antworte mir gefälligst.
Ich weiß nicht, ich… vielleicht.
Ich legte meine Handfläche auf die Wölbung zwischen ihren Beinen. Klopf. Klopf. Ein sachtes klopfen. Einmal reiben. Wieder klopfen. Unregelmäßiger Takt. Klopf. Klopf. Klopf. Pause. Klopf. Reiben. Sie atmete schneller.
Willst du, dass ich dich heute Abend durch ficke?
Okay, das war zu viel. Sie war eher der schüchterne Typ, also sagte sie nichts. Hier kämpfte wohl gerade Scham und Folgsamkeit. Demut gegen Bestrafung. Was wählte sie? Anstatt zu antworten stöhnte sie das erste Mal kurz auf. Mein vorsichtiges Klopfen wurde zu einem deutlichen Klapps. Sie öffnete den Mund zu einem stummen Schrei und krümmte sich leicht nach vorne. War bestimmt nicht angenehm, aber glaube der Überraschungsmoment hatte sie mehr mitgenommen.
Ja, sagte sie dann leise. Ich kniete mich vor sie und legte meine Hand um ihren Hals und drückte leicht zu.
Aber erstmal müssen wir das noch ein bisschen üben mh? Ich nahm beiläufig ihre Hand und drückte sie gegen meinen Schwanz, um ihr zu zeigen, dass mir gefiel was ich sah. Ich drang kurz in sie ein, um mit meinen angefeuchteten Fingern an ihrem Kitzler zu spielen. Ich spielte eine ganze Weile an ihr rum, bis ihre Wangen knallrot waren, sie bei jedem Atemzug einen anderen Laut von sich gab und mir ihr Becken entgegen reckte. Ich ließ von ihr ab.
Ab jetzt will ich keinen Mucks mehr von dir hören. Ich strich ihre Haare zur Seite, legte meine Lippen an ihren Hals und wanderte mit der Hand wieder nach unten, um sie zu stimulieren. Mein Mund wanderte hoch zum Ohr.
Ich werde dich nachher richtig hart ficken, ich weiß, dass du darauf stehst. Ich werde dich solange ficken wie ich will und denk nicht ich höre auf, wenn du das erste mal gekommen bist. Kleine Schlampe.
Jetzt stöhnte sie verbotenerweise. Ich öffnete meine Hose, zog sie runter, versenkte meinen Schwanz in ihrem Mund und hielt ihr die Nase zu. Sie versuchte sich zurückzuziehen, aber mein Griff in ihre Haare verhinderte das. Ich ließ sie nach kurzer Zeit wieder los. Sie war völlig fertig.
Entschuldigung.
Habe ich gesagt, dass du dich entschuldigen sollst?
Nein, entschuldigung.
Ich würde sie am liebsten direkt über den Tisch werfen und nehmen. Stattdessen wiederholte ich das, diesmal ein paar Sekunden länger.
Jetzt entschuldige dich.
Ich legte meinen Schwanz an ihre Lippen und überließ ihr die Arbeit. Jetzt fass dich an. Finger dich. Sie tat es. Braves Mädchen.  Sie war wirklich ein sehr braves Mädchen. Eigentlich mochte ich die aufmüpfigen lieber, das ließ so viel mehr Platz für meine dreckigen Fantasien. Aber ich wollte mich nicht beschweren. Ich musste sie nicht erziehen, sie war ein liebenswertes, zurückhaltendes, gutes und hübsches Mädchen. Nein, ich wollte mich sicher nicht beschweren. Diese Art von devoten Frauen waren so süß und zerbrechlich. Fast schon zu süß. Aber definitiv auf ihre eigene Art und Weise unwiderstehlich. Es fühlte sich gut an wie sie mich ansah. Mit welcher Vorsicht und und mit welchem Respekt sie mir gegenüber trat. Auch wenn es noch ein Stück toller war, wenn ich mir dieses Glück erst erobert hatte. Gut war es trotzdem.
Sie machte ihre Arbeit so gut, dass ich nach kurzer Zeit abbrechen musste. Ich könnte es noch viel weiter hinauszögern. Ich könnte noch weiter spielen, aber für den ersten Abend sollte das genügen. Wenn es ihr gefallen hatte, dann würde es sicherlich einen zweiten Abend geben und dann könnte ich mich ein bisschen mehr ausleben. Ich zog sie zum Sofa und fickte sie durch, wie ich es ihr versprochen hatte.

Verklären

Plötzlich war dein Blick verklärt. Ich rede weiter, wollten es doch klären und nicht verklären. Rede gegen deinen Blick an, unterhalte mich mit ihm, nicht mehr mit dir. Hör auf. Hör… auf. Hör auf. Nehme die Bewegung aus dem Augenwinkel wahr, deine Hand, die deine Hose öffnet. Hör auf. Meine Hand fasst um deinen Hals und sage damit das Gegenteil. Dein Blick wird in meiner Hand noch weicher. Wie merkwürdig das ist. Jemanden zu halten, doch eigentlich hat einen der andere völlig in der Hand. Hör auf damit. Flehend sage ich das, während ich fester zudrücke. Dein Kopf windet sich leicht, der Griff wird dir unangenehm, aber dein Blick bleibt derselbe. Guck nicht mehr so. Guck nicht so. Nicht so weich. Ich drücke dich hart gegen das nächste Möbelstück, ein alter großer Schrank, der beim Aufprall anfängt zu wackeln. Das Vibrieren der Obstschale auf ihm hallt nach, während ich zufrieden eine Veränderung in dem Blick feststelle. Alles was du willst. Es klang eigentlich nur deswegen lasziv, weil es geflüstert war. Das untermalte meine Zufriedenheit. Es gefiel mir zu gut, wenn jemand unter mir nachgab. Wenn du unter mir nachgabst. Dieses Spielchen von dir. Das Unschuldsspielchen, ich hasste dich dafür. Wollte dich bestrafen dafür, irgendwie, aber alle Strafen gefielen mir ungemein. Alles? – Alles. – Ich will dass du dich verpisst. Das Lachen von dir, was daraufhin folgte, passte so gar nicht hier her. Diese kleine Portion Spott reichte aus, um mir all die Kontrolle wieder zu nehmen. Ich ging einen Schritt zurück, meine Hände verfingen sich ineinander. Als ich es bemerkte, schob ich sie in meine Hosentasche und fixierte mit dem Blick die Steckdose über der Fußleiste. Ich wollte eigentlich nicht die Rollen tauschen, aber den Blick zu heben würde bedeuten, dass ich dir wieder in die Augen sehen müsste und die sagten mir immer viel zu viel. Viel zu viel.

Rote Haare

Langes, volles, dunkelrotes Haar. Grüne, große Augen. Sommersprossen. Und wenn sie lachte, sah es nie gezwungen aus. Eigentlich trieb mich das Lachen zu ihr. Sie hatte ein witziges Lachen. Es klang so, als würde sie über die Tollpatschigkeit ihres jüngeren Bruders lachen. Von dem ich gar nicht wusste, ob er überhaupt existierte, doch genauso so offen und echt klang es. Und witzig. Ich grinste leicht, als ich mich in ihr Sichtfeld drängte. Sie bemerkte mich erst, als ich sie direkt ansprach. Ich wollte ursprünglich etwas Nettes sagen. Ihr was zu Trinken ausgeben. Vielleicht nur ein Kompliment machen und weiterziehen. Bis ich den Lippenstiftfleck an ihrem Zahn bemerkte. Du hast Lippenstift da. Ich zeigte zur Verdeutlichung auf meinen eigenen Zahn. Sie starrte mich mit offenem Mund an. Sorry. Setzte ich schnell hinterher. Dann lachte sie dieses Lachen, wobei sie mir ihre Zähne unabsichtlich entgegenstreckte und holte einen kleinen Spiegel aus der Tasche. Jetzt dachte sie, ich hätte sie nur deswegen angesprochen. Ihr Lachen hatte etwas Kindliches. Fast Naives, aber Anziehendes. Irgendwie war es sexy. Ich beobachtete sie, während sie sich im Spiegel betrachtete. Auf einmal ganz ernst, das Kinn leicht nach oben gereckt. Je länger ich sie ansah, desto attraktiver fand ich sie. Ich ärgerte mich, dass ich mir erst jetzt ihrer Schönheit so richtig bewusst wurde. Mein Auftritt war bestimmt nicht die beste Art, um eine Frau rum zukriegen. Ich versuchte mich zu erinnern, wo sie am Tag gewesen war und beugte mich zu ihr vor, um ihr ins Ohr zu flüstern. Ich machte ihr ein Kompliment. Sie beäugte mich mit einem dubiosen Blick. Als würde sie sagen wollen: darauf bist du also aus. Ich hielt ihrem Blick stand. Nach einigen Sekunden verfiel sie in leichtes Kichern, das sie auf einmal mit ihrer Hand zu verstecken suchte. Danke. Sagte sie. Unglaublich, wie viel so eine Handbewegung über jemanden verraten konnte. Ich war schon betrunken, aber wollte sie unbedingt einladen.

Mich begrüßten drei Katzen. Etwas, das nach Katzenklo, Waschkeller, Kneipe und Imbissfriteuse roch. Ein Hauch alter Schweiß. Ein bissiger, abgestandener Geruch nach Knoblauch. Im Wohnzimmer lag eine Schnapsleiche, ihr Vater. Junger Typ, vielleicht Ende 30. Handwerkerarme. Unrasiert. Auf dem Tisch vor ihm eine Mikrowellenmahlzeit, kaum angerührt. Hört sich vielleicht armselig an, aber ich war neidisch auf sie, weil sie so einen coolen Vater hatte. Nicht wegen seinem Auftreten, sondern weil er echt cool drauf war. Suchte das Zimmer, landete in der Küche. Stolperte hier fast über einen Wäscheberg, scheinbar nass, nicht aufgehangen. Der Fußboden klebte. Ausgelatschte Pumaflipflops steckten zwischen jeder Tür, damit die Katzen zwischen den Räumen wechseln konnten. Aschenbecher, bis zum Rand gefüllt. Vergilbte Gardinen vom Vormieter. Nettoplastiktütenmülleimer. Überall. Der Boden war übersät von Krümeln. Brandlöchern. Tabak. Asche. Ausweichmanöver waren Zwecklos. Eine Bong stand hinter dem Schlafsofa, das Wasser darin stank bestialisch. Leere Softdrinkbehälter verschiedener Fastfoodketten standen auf zugeklebten Wandschränken. Zwei davon erkannte ich wieder. Hatte uns vor ein paar Wochen mal einen Schokomilchshake bei Burgerking gekauft. Ein Koffer stand vor einer Wand, damit die Katzen aufhörten, die Tapete abzukratzen. Ein Kippenstummel schwamm im Klo. Versuchte gerade zum dritten mal ihn runterzuspülen und beobachtete wie er sich im Strudel hin und her wand. Stand mal wieder vor dem Klo, aber konnte nicht. Ich hatte gerade Sex, oder zumindest sowas in der Art. Nach Stunden, so kam es mir vor, hatten wir aufgehört es zu versuchen. Kater Charlie hatte in die Wanne gekackt. Bemerkte ich leicht belustigt bei meinem fünften nicht-Toilettengang. Fragte mich, ob die Nachbarn mich am nächsten Tag wiedererkennen würden, wenn ich ihnen begegnen würde. Hatte nämlich in den Fahrstuhl gekotzt, nachdem ich noch ein Teil genommen hatte, das fanden sie nicht so lustig. Als sie mich Minuten später von der Toilette wegzog, bemerkte ich wieder wie übertrieben dünn sie war. Sie hatte keinen Hintern. Natürlich hatte sie einen. Anatomisch war er da. Auf Bildern auch. Wenn sie sich vorbeugte und ihn rausstreckte, war dort eine Rundung, aber wenn sie vor einem herging, dann war da nichts. Vermied es ihr beim Sex an den Arsch zu gehen, weil mich die Tatsache irgendwie ablenkte, dass es dort nichts zum Greifen gab. Fragte mich plötzlich selber, wann ich zuletzt was gegessen hatte. Ihre Haare waren so lang, dass sie fast ganz dahinter verschwand und ich wollte sie ihr aus dem Gesicht streichen. Diese dunkelrote Mähne. Sie aß immer nur Kinder Pingui und Ofenkäse. Ich hatte sie nie etwas anderes zu sich nehmen sehen. Ihre Lippen waren meist rot geschminkt und umrahmten ihr Gebiss grotesk, das einzige, was an ihr nicht symmetrisch war. Aber sie lachte ungeniert, als wüsste sie genau, dass sie dadurch nicht weniger schön war. Ihre Nägel waren unnatürlich lang und sahen aus wie angeklebt, aber sie waren echt. Wenn sie nicht lackiert waren, dann waren sie gelb vom Nikotin. Wenn sie am Handy war, dann klackerte es, ich lernte das Geräusch irgendwie lieben. Es beruhigte mich wenn ich reglos neben ihr im Bett lag und mein Herz in meiner Brust klopfte. Sie war blass, ihr Körper sah müde aus. Ihre Augen hingegen waren groß und wach. Manchmal erzählte ich ihr nur was, damit sie mich mit diesem Zuhörblick anstarrte. Auch das beruhigte mich auf irgendeine hypnotische Art und Weise. Sie modelte hier und da und ging nur noch ab und zu zur Schule, weil sie mit 17 noch schulpflichtig war. Eigentlich war sie nach der Hauptschule abgegangen. Was sie später mal vor hätte, hatte ich sie nie gefragt. Die Frage schwebte mir öfter im Kopf herum, aber aus irgendeinem Grund schien mir das zu persönlich. Wir fragte einander nicht sowas. Wir redeten wenig über uns und wir hatten auch nicht vor, den Geist des anderen so weit zu ergründen, wie es Leute bei einer Partnersuche so taten. Eine Beziehung wollten wir beide nie. Wir trafen uns wenn unsere Seelen dunkel wurden. Fickten manchmal. Ab und zu stand ich nach dem Sex auf und ging. Ohne Kuss. Ohne Geste irgendeiner Zuneigung. An anderen Tagen lagen wir die ganze Nacht nebeneinander, nur weil wir Gesellschaft wollten. Wenn ich kein Hoch bekam, dann knurrte sie meinen Penis an. Wahrscheinlich sah das für einen Außenstehenden echt witzig aus. Du kannst doch eh nicht kommen. Dann knurrte sie was auf polnisch. Legte sich hin. Und wir lagen sinnlos nackt aufeinander rum, bis zum nächsten Morgen. Wir diskutierten eine Stunde darüber, wie Vögel pinkelten und belegten unsere Theorien mit Skizzen auf Raufasertapeten. Selbst im Winter trug sie immer nur eine ausgefranzte Jeansjacke, trotzdem bot ich ihr nie meine Jacke an. Sie war eins der Mädchen, die nichts von dieser Art von Romantik hielten, selbst wenn es keine Geste dieser Art sein sollte. Wenn sie mich mit meiner dämlichen Anmache aufzog, wollte sie Sex . Wenn es klackerte, ließ ich sie in Ruhe.

Ich stehe eigentlich nicht auf rote Haare, aber wenn ich an sie denke, dann begehre ich sie.

Megan Mäusschenmund

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Samstagabend, Menschenmassen, Regen. Ich stand am Bahnhof in der Nähe eines Pfeilers und unterdrückte den Drang, zu rauchen. Ich konnte nicht vor einem Blind Date rauchen, wenn ich nicht wusste, ob sie auch rauchte. Hätte ich mal fragen sollen, aber war eben alles ziemlich kurzfristig. Wir hatten nicht mal Bilder ausgetauscht, weshalb ich nur eine vage Vermutung hatte, wie sie wohl aussah. Ihrem verwackelten Profilbild nach zu schließen und einer knappen Beschreibung nach, war sie klein. Hatte langes, wallendes, braunes Haar und blaue Augen. Ich mochte Strahleaugen. Ich mochte auch Rehaugen. Genaugenommen mochte ich alle Augen, die nicht so langweilig wie meine waren. Mit schönen Augen flirtete ich einfach lieber. Und dann sah ich inmitten der Vans und Uggs ein paar schwarze, hohe Schuhe. Nicht das erste mal innerhalb der letzten fünf Minuten, deswegen verfolgte ich sie unauffällig mit meinem Blick. Sie hielt vor einem Kiosk, nicht weit von mir entfernt. Ich sah braune, lange Haare, aber erst als sie ihre Kapuze absetze, ihre Tasche an der Schulter richtete und leicht suchend den Blick durch die Menge gleiten ließ, wusste ich, dass sie es war. Schnell griff ich nach meinem Handy, wählte eine Nummer und tat beschäftigt. Auch ich hatte ihr eine Beschreibung von mir gegeben, aber die war nicht besonders Detaillreich und konnte auf viele Männer zutreffen, so konnte ich sie erstmal in Ruhe beobachten. Ihr Gesicht war zart und süß, obwohl ihre Augenbrauen eine sehr spezielle Form hatten, sodass sie leicht arrogant wirken konnte. Nicht, dass sie wie Megan Fox aussah, überhaupt nicht, aber die hatte auch diesen arroganten Blick drauf. Doch arrogant passte wirklich nicht zu ihr, das nahm ihr die Körperhaltung und der kleine Mäuschenmund wieder. Ich konnte ihre Figur nicht genau erkennen, aber unter ihrem Mantel waren zwei wohlgeformte Beine versteckt, die durch die hohen Schuhe noch betont wurden. Sie hatte die Hände in den Taschen vergraben, warf nur ab und zu ein Blick aufs Handy, wobei ihr die Haare immer wieder ins Gesicht fielen. Diese Haare konnte man wirklich sehr gut packen und – ich musste leicht schmunzeln und brach den Gedanken schnell ab, bevor ich mir weiteres ausmalte. Das hörte sich echt dumm an. Aber wenn ich geil war, dann verhielt ich mich einfach anders und ich wollte den ersten Eindruck nicht versauen. Das kam später. Geduld. Nachdem ich sie von oben bis unten gemustert hatte, landete mein Blick wieder auf den Schuhen. Diese Schuhe. Das waren nicht einfach Schuhe. Sie waren auch nicht bloß ein Erkennungsmerkmal, sie waren so viel mehr. Es lag nicht an der Höhe der Schuhe, auch wenn ich bewusst High Heels genannt hatte, weil ich sie optisch schön fand. Sie hätte auch in roten Chucks kommen können; Solange sie es tat, weil ich es ihr vorher gesagt hatte, war es gut. So gut. Ich hatte dieses Gefühl vermisst. Diese winzige Geste der Unterwerfung gab mir ein bisschen das Gefühl der Macht. Und danach war ich süchtig. Jetzt ging es darum, sie für mich zu gewinnen. Sie hatte sich mir noch längst nicht unterworfen, diese Schuhe waren nur ein Zeichen. Eine Geste. Gleich würde sie mich mit selbigem Interesse beäugen und entscheiden, ob sie mich überhaupt attraktiv fand. Ich wusste genau, dass sie das tun würde, aber tat dabei so, als würde ich nicht in der Position sein, abgecheckt zu werden. Natürlich nicht, so wollte sie mich auch gar nicht haben, sie wollte mich als Mann haben, der sich heute Abend das nahm, was er wollte.
Meine Mitbewohnerin meldete sich am anderen Ende der Leitung. Hey, ich bin heute Abend nicht da, ihr müsst die Serie ohne mich weitergucken. – So gut? – Bis dann… ich hörte meine Mitbewohnerhin noch kichern, dann legte ich auf und ging zu ihr rüber. Oh ja, so gut.